Backlight: Fotografieren mit Gegenlicht

„Fotografiere niemals gegen das Licht! Am besten ist es, wenn du immer mit der Sonne im Rücken fotografierst.“ Kennst du diese Sprüche? Wir haben diese Sätze früher nur zu oft gehört und uns irgendwann gefragt, warum man sich an diese Regeln eigentlich halten soll?!

Klar, dein Model ist dann von der Sonne zwar gut ausgeleuchtet, aber je nach Tageszeit bekommst du dadurch extrem harte Schatten, zusammen gekniffene Augen und einfach nicht die weichen, romantischen Fotos, die du vielleicht auf Pinterest gesehen hast.

In diesem Artikel geht es um das Backlight und und unsere Tipps für das Fotografieren mit Gegenlicht. So bekommst du schöne softe Fotos, die du dir genau so vorgestellt hast.

Backlight: Fotografieren mit Gegenlicht

Irgendjemand hat die Regel mit der Sonne irgendwann einmal aufgestellt und es gibt doch nichts schöneres, als solche Regeln zu brechen. Fotografie ist Kunst und in der Kunst ist doch alles erlaubt, oder?

Wir kennen nur zu gut die überraschten Gesichter während einer Fotosession „Gegen das Licht? Wird das überhaupt etwas?“ Ähm, ja! Wenn man weiß wie, dann bekommt man beim Fotografieren mit Gegenlicht die schönsten Fotos. Wir „beruhigen“ diese Menschen dann gerne und zeigen ihnen gleich das Ergebnis und dann sind sie einfach nur noch happy und wollen mehr. Also haben wir alles richtig gemacht.

Das Fotografieren mit Gegenlicht ist gar nicht so schwer, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht. Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten und schon kannst auch du die warmen und soften Fotos machen.

Backlight

Fotografiere im Manuellen Kameramodus

Auch wenn du jetzt denkst „Nicht schon wieder Manuell“, aber dieser ist einfach der Schlüssel für so viele Fototechniken. Mit dem Automatikmodus kommst du einfach nicht weiter, das können wir dir garantieren. In Automatik fotografieren ist einfach und wenn wir ganz ehrlich sind auch für faule Menschen, denen es egal ist, wie ihr Ergebnis wird.

Aber Du, Du möchtest doch ganz besondere Fotos machen und dazu solltest du unbedingt im Manuellen Modus fotografieren. Wir könnten jetzt einen ganzen Artikel darüber schreiben, warum die manuelle Fotografie so genial ist, aber das würde jetzt und hier den Rahmen sprengen. Fakt ist, dass du im Manuellen Modus deine kompletten Kameraeinstellungen selbst übernehmen kannst (Blende, Verschlusszeit, ISO, Weißabgleich, Messmethode…) und das kannst du im Automatikmodus einfach nicht.

Nutze die Spotmessung

Wenn du Menschen im Gegenlicht fotografierst (und auch sonst bei Portraits), dann geht es dir ja darum, das deren Gesicht richtig belichtet und scharf ist. Das Drumherum kann dir in diesem Moment total egal sein, Hauptsache die Person ist richtig belichtet. Wenn du also auf die Augen misst und fokussierst nimmt die Spotmessung genau diesen einen Punkt, um die Belichtung zu messen. Ob in diesem Moment der Hintergrund zu hell oder zu dunkel ist, das ist doch egal. Solange die Emotion und die Situation passen. Darüber kann man sich natürlich streiten, aber das müssen wir nicht. Wie bei allen anderen Fotos ist das einfach Geschmacksache.

Fotografieren mit Gegenlicht

Geduld beim Fokussieren

Beim Fotografieren mit Gegenlicht kann es sein, dass du Schwierigkeiten beim Fokussieren hast, da deine Kamera durch das viele Gegenlicht keinen konkreten Punkt findet, auf den sie scharf stellen soll. Das hast du bestimmt schon einmal erlebt, wenn deine Kamera versucht hat scharf zu stellen und es immer nur „zzzt zzzt zzzt“ macht. Zum Fokussieren braucht deine Kamera eine klare Kante oder eine kontrastreiche Fläche und wenn sie diese durch das viele Gegenlicht nicht findet, dann kannst du dir mit diesen zwei Tricks weiterhelfen.

Entweder du machst dir während dem Fokussieren mit deiner Hand etwas Schatten, dann wird deine Kamera höchstwahrscheinlich wieder einen Punkt zum Scharfstellen finden. Oder du fokussierst einfach manuell (am Objektiv von AF auf MF umstellen). Du darfst nur nicht vergessen den Schalter wieder auf AF umzustellen.

Backlicht fotografieren

In RAW fotografieren

Warum du in RAW fotografieren solltest, darüber haben wir bereits einen sehr ausführlichen Blogpost geschrieben. Am besten liest du ihn dir gleich durch, dann wirst du verstehen, warum wir dir das wärmstens empfehlen.

Belichtungszeit, Blende und ISO

Normalerweise kannst du dich beim Fotografieren ja auf deinen Belichtungsmesser verlassen. Du misst und stellst dann Belichtungszeit, Blende und ISO ein und Zack, hast du dein Foto. Wie das genau funktioniert kannst du ja nochmals im Blogpost über das Belichtungsdreieck nachlesen.

Beim Fotografieren mit Gegenlicht ist das allerdings ein wenig anders. Hier heißt es ausprobieren und üben, üben, üben. Irgendwann bekommst du deine Erfahrungswerte und weißt vor dem Fotografieren schon, was du so ungefähr in deiner Kamera einstellen musst.

Wir fotografieren meist mit ISO 160 und einer Blende von 1.8 – 2.5 (also schön offenblendig, damit wir eine schöne Schärfentiefe bekommen). Mit der Belichtungszeit spielen wir dann ein wenig, bis wir unser gewünschtes Ergebnis bekommen. Zwischendurch solltest du dann immer wieder dein Display checken, damit du siehst, ob du gerade eine Silhouette fotografiert hast, oder ob man noch etwas von deinem Model erkennt.
Den ISO Wert kannst du dann stufenweise nach oben drehen, je nachdem wie dunkel es schon geworden ist.

gegen das Licht fotografieren

Fotografiere bei Sonnenuntergang

Wir wiederholen uns nur ungern, aber die schönsten Backlight Fotos bekommst du natürlich ca. eine Stunde vor und während des Sonnenuntergangs. Das ist auf alle Fälle unsere Lieblingszeit zum Fotografieren. Dann steht die Sonne schön tief, vielleicht auch schon direkt hinter deinem Model und dann bekommst du genau die Fotos, die du bei Pinterest geliked hast. Versprochen!
Wir nutzen zum Beispiel die App Sunseeker. Damit sehen wir ganz genau den Lauf der Sonne, genau an dem Ort, an dem wir fotografieren möchten. Echt empfehlenswert.

Bäume sind tolle Filter

Auch wenn du am Abend fotografierst kann es sein, dass die Sonne noch sehr stark ist und du noch nicht die Fotos bekommst, die du möchtest. Gerade im Sommer hat die Sonne ja eine sehr starke Leuchtkraft, da bietet es sich an die Sonne durch einen Filter scheinen zu lassen. In diesen Situationen bietet es sich an die Sonne durch die Bäume oder große Büsche strahlen zu lassen. So entsteht ein natürlicher Filter für die Sonne und du bekommst ein ganz weiches Licht zum fotografieren. Außerdem ist es wunderschön, wenn die Sonne nur ein bisschen durch die Bäume blitzt und ein sanfter Schein an den Haaren zu sehen ist.

Fotografieren mit Gegenlicht

Lens Flares

Wenn du gegen das Licht fotografierst entstehen meist Lens Flares, also Blendenflecken. Das können milchige Flächen, Lichtkreise und kleine bunte Reflexionen sein. Manche finden die Lens Flares störend, wir mögen sie auf unseren Fotos und setzen sie auch mal ganz bewusst in unseren Fotos ein. Klar, man sollte darauf achten, dass sie nicht unbedingt die komplette Person unkenntlich machen, aber dezent eingesetzt sind Lens Flares einfach Klasse. Aber das ist natürlich wieder Geschmacksache.

Witzigerweise gelingen dir die Lens Flares mit „billigen“ Objektiven besser als mit den L-Objektiven. Das ist zumindest bei unseren Canonobjektiven so. Das liegt wohl am Schliff des Glases. Daher haben wir bei unseren Fotosessions auch gerne mal unsere alte Festbrennweite 50 mm 1.8 dabei, da es mit diesem Objektiv mehr Lens Flares gibt, als mit dem 50 mm 1.2, das wir sonst so benutzen.

Wenn du die Lens Flares vermeiden möchtest, dann solltest du deine Gegenlichtblende (Sonnenblende) aufs Objektiv schrauben, dann hälst du das Seitenlicht fern und bekommst keine „unerwünschten Flecken“ auf deinen Fotos.

Fotografieren mit Gegenlicht Fotografieren mit Gegenlicht Lensflares

 

Wir wünschen dir nun ganz viel Spaß beim Fotografieren.
Nimm deine Kamera, geh raus und übe, übe, übe.
Fotografieren ist wie Fahrrad fahren, je mehr du fährst, desto besser und sicherer wirst du.

Und wenn du noch mehr Lernen möchtest, dann schau dir doch auch unseren Online – Fotografiekurs an. Wir freuen uns, wenn du dabei bist.

Stay marvelous,
Katrin and Sandra.

Was sind deine Erfahrungen beim Fotografieren mit Gegenlicht?

Schreib sie uns doch in die Kommentare!

 Fotografieren mit Gegenlicht

Sandra Müller

Wollt Ihr noch mehr wissen? Hier noch x-mal unnützes Wissen über mich:

- Für das Laden der Kamera-akkus bin ich verantwortlich
- Katrin's und mein Hund heisst PEPPERoncinio und die Katzen red hot CHILI und Jackson5
- Ich trinke gern Fritz Cola und alkoholfreies Radler
- Kinder-Schoko-Bons kann ich immer essen, genauso wie Pizza und Pommes
- Meine Kamera hab ich immer dabei, und wenn mal doch nicht, dann gibt es noch das iPhone
- Ich liebe es Urlaubsfilme zu machen
- Ich habe eine kleine Schwäche für Superhelden und Katrin ist Schuld
- Am liebsten hätte ich es gern immer sonnig, warm und Sand zwischen den Zehen
- Mich zog es einige Male zu unseren Nachbarn nach Frankreich
- Ich liebe meinen blauen Rucksack und es damit ferne Länder zu erkunden
- Mein aktuelles Lieblingsland ist Thailand

Kommentar

  1. Ich liebe Gegenlichtaufnahmen
    Man hat so viel Möglichkeit! Leider ist es bei uns Recht hügelig & deswegen ist es teilweise schwierig Gegenlicht zu erwischen. Insbesondere da ich die Zeit um den Sonnenuntergang bevorzuge 🙂

    Lieben Gruß ❤

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