Kroatien mit dem Wohnmobil

Kroatien mit dem Wohnmobil – das stand in diesem Jahr bei ganz vielen Vanlifern auf dem Programm. Auf Instagram und Youtube hat man an manchen Tagen fast nichts anderes gesehen. Glückliche Menschen mit ihren Campern auf dem Weg oder bereits am Strand von Kroatien. Bei uns war es eher Zufall, dass wir dort gelandet sind.

Unsere erste lange Fahrt mit Kalea ging zum Arbeiten nach Wien. Wir haben zwei Fotografie Workshops bei AllesNaeht gegeben und dabei ein paar wundervolle Menschen kennengelernt.

Unser Patenkind war zur gleichen Zeit in Slowenien und so lag es für uns nahe, dass wir uns alle in Kroatien treffen würden. Denn wenn wir schonmal die Hälfte der Strecke (von uns aus ca. 750km) gefahren sind, dann sind weitere 750km doch ein Katzensprung. Also ging es auch für uns 2018 nach Kroatien mit dem Wohnmobil.

Katrin war direkt nach dem Abitur bereits zwei Mal in Kroatien. Damals fuhr sie direkt nach dem Golfkrieg zusammen mit ihrem Exfreund bis nach Split, denn bis dahin waren zu diesem Zeitpunkt alle Straßen von Landmienen geräumt und sicher. Nahe Split war auch auf unserem Roadtrip der Treffpunkt mit unseren Freunden.

Freistehen in Kroatien

Viele Vanlifer bevorzugen ja das Freistehen. Einfach einen schönen Platz suchen (zum Beispiel über Maps) und ohne etwas zu bezahlen dort übernachten. Wenn man sich an gewisse Regeln hält, dann ist dagegen auch nichts einzuwenden. Da wir uns allerdings auf unserem ersten Roadtrip mit Kalea befanden und wir als zwei Frauen erst einmal „vorsichtig“ sein wollten, haben wir auf das Freihstehen verzichtet. Naja fast, denn irgendwie sind wir dann doch frei gestanden, wenn auch mit Erlaubnis einer netten alten Oma. 

Schon auf dem Weg von Wien nach Kroatien haben wir durch die App Park4Night die Teichstuben in der Steiermark kurz vor der slowenischen Grenze entdeckt und dort für eine Nacht kostenlos am kleinen See übernachtet. Als Dankeschön für den Übernachtungsplatz haben wir uns ein Wiener Schnitzel im Gasthaus gegönnt (und ich kann euch sagen, wenn der Chef dir um 22Uhr noch ein Schnitzel klopft und zubereitet, dann kann das nur lecker sein) und den Brötchenservice vom Chef persönlich ausgekostet, bevor wir am nächsten Morgen in Richtung Kroatien aufgebrochen sind.

Ebenfalls kostenlos stehen konnten wir in einem kleinen Dorf nördlich von Split. Dort hatten unsere Freunde ein kleines Haus gemietet und die Oma der Besitzerin, eine sehr nette alte Dame, hat uns freundlicherweise ihr Grundstück als Stellplatz für Kalea angeboten.

Wir stehen oberhalb der Strasse, die nur ab und zu von einem Auto befahren wird. Viel öfter hören wie die Glocken der Kühe oder Ziegen. Einzig die Bora macht uns etwas so schaffen. In der einen Nacht war sie so strak, dass Sandra der Meinung war, sie sei auf alle Fälle sicherer wenn sie sich an mir festhält, nur falls Kalea umkippt. Und der Morgen danach war für mich (Katrin) nicht der tollste. Es ging mir wirklich schlecht, bis Sandra irgendwann gegen Mittag mal auf die Idee kam, ich solle doch mal eine Reisetablette nehmen. Siehe da – es half, mir ging es besser. Fazit: Die Bora, die unseren Van ziemlich zum schaukeln brachte, hat mich Seekrank werden lassen.

Und nein, wir hätten Kalea nicht anders zum Wind parken können, denn der Stellplatz war schmal und links von uns war Abgrund und rechts Berg, über den der Wind angepeitscht kam. Und im dunklen hätte ich auch nicht unbedingt von dort runter fahren wollen. Wir brauchen ne ordentliche Flutlichtanlage für aussen.

 

Alle anderen Nächte in Kroatien haben wir auf zwei kleinen, sehr schönen Campingplätzen direkt am Meer übernachtet. Für den ein oder anderen Vanlifer wäre dies undenkbar und mit 18 € pro Nacht auch überteuert, aber für uns persönlich war es genau richtig, wenn man einmal bedenkt, was wir für ein Hotelzimmer im Juni in Kroatien ausgegeben hätten.

Unsere Campingplätze in Kroatien

Unser erster Campingplatz war bei Nin (44°14’49.23″ N 15°10’27.101″ E), geführt von einem alten Opa, der immer ganz entspannt in seinem Häuschen sass. Seinen Platz sollte man sich selber aussuchen, man hätte auch die Möglichkeit bis vor ans Wasser zu fahren. Man solle einfach mal ne Runde durch den Platz laufen und schauen wo man stehen möchte. Und dann einfach bei der Abreise hier wieder vorbeischauen und bezahlen. Er braucht auch keine Daten oder so nen Pass, er vertraut den Menschen. 
Der Platz ist einfach aber schön. Es gibt die Möglichkeit Kalea an Strom anzuschliessen, was wir tun, denn zu diesem Zeitpunkt haben wir noch keine Solaranlage (und auch kein Dachfenster). Wir haben nette Nachbarn und besonders einem Herrn sehr dankbar, der uns um ca. 17Uhr sagt, wir sollten jetzt mal lieber alles an Fliegengitter schliessen was wir so haben und auch jede unnötige Tür, denn gleich beginnt die Invasion an Stechmücken. Und ich glaube keine 10 Minuten später war es fast unmöglich draußen zu sitzen. 

Unser zweiter Platz hiess Camp Navis. (44.331226, 15.361655) Auch dieser Platz war klein und überschaubar aber ziemlich neu. Von der Strasse ging ein kurzer steiler Weg runter ans Meer und dort waren die Plätze zwischen den Pinien. Auch hier hätte man direkt am Wasser parken können, haben wir aber nicht, weil diese Plätze leider auch komplett in der Sonne lagen. Wir waren um den halben Tag im Schatten der Bäume dankbar. Auch als nachts die Bora (ein ziemlich heftiger Wind) kam, hätten wir nicht in erster Reihe stehen wollen.

Städtetour durch Trogir

Trogir war die einzige Stadt, die wir uns in Kroatien angeschaut haben. Es ist eine schöne kleine Stadt, mir verwinkelten Gassen, und liegt auf einer Insel, an der Adriaküste. Die gesamte Altstadt ist übrigens UNESCO-Welterbe.
Zwischendurch testen wir immer mal wieder die Temperatur des Bodens, denn Pepper soll sich ja nicht die Füsse verbrennen. Also bitte achtet darauf, wenn ihr mit euren Kumpels unterwegs seid. 
Die Kathedrale war das erste was uns ins Auge viel. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und bietet ein super Fotomotiv. Man kann wohl auch in den Glockenturm und von dort die Stadt aus einer anderen Perspektive bestaunen. 

Achtung – Nerdalarm: In der Serie Game of Thrones ist Trogir der Handelshafen von Qarth. In der 2. Staffel haben dort die Magier Khaleesis Drachen gefangen genommen hatten.
Hast du die Serie gesehen? Erinnerst du dich daran?

Der Krka Nationalpark in Kroatien

Selten war ich so enttäuscht von einem Ort. Nachdem wir endlich den Parkplatz gefunden haben, und es gibt wohl einige davon, je nachdem von welcher Seite man in den Park möchte, zahlen wir Eintritt für den Park. Wir fragen am Kassenhäuschen, ob denn Hunde erlaubt sind und dies wird bejaht. Wie sich herausstellte, war es dann doch nicht so einfach, und ich finde man hätte darauf hinweissen können und müssen! 
Man wird im Reisebus in den Park hinuntergekarrt. Aber den Bus dürfen wir nicht benutzten, weil Pepper keinen Maulkorb trägt. Aber kleine Hunde brauchen keinen Maulkorb, die dürfen so mitfahren. Aha!

Na gut, dann laufen wir eben nach unten. Ein holpriger, steiler Schotterweg führt kurvig nach unten. Es hat gefühlt 40 Grad und uns läuft der Schweiss bis in die PoRitze. Prima … 
Unser Patenkind und ihre Eltern fahren mit dem Bus und man hätte meinen können, dass sie schon unten sind und auf uns warten. Nix da, wir warten nochmal 20 Minuten auf die drei, denn der Bus fährt nicht wenn er voll ist, sondern erst wenn alle 5 oder 6 Busse voll sind. Das heisst aber auch, wenn dann die Busse unten ankommen und man davon ausgeht, dass in einen Bus 50 Personen passen, gleich mal 300 Personen auf einmal unten ankommen. Und so war es dann auch. Menschenmassen!

Ich entscheide Pepper die Holzstege, die übers Wasser führen zu ersparen. Nicht bei diesen Menschenmassen. Es ist heiss, es sind zu viele Menschen und selbst Sandra war, als sie die Runde gelaufen ist, abgenervt.
Ein weiters NoGo war, dass die Wasserfälle eher einen SchwimmbadCharakter hatten. Es gab „Fressbuden“ und die Menschen lagen auf der Wiese und Schwammen im Becken vor den Wasserfällen. Rote Plastikbecher mit Bier – Dosen – Eisverpackungen … 

Da Pepper ja nicht in den Bus darf, laufen wir wieder nach oben. Irgendwie lief keiner hoch. Alle liefen nur runter. 
Als wir fix und fertig oben ankamen, war ich etwas traurig. Wie kann es in einem Nationalpark zugehen wie in einem Schwimmbad? Wieso werden die Menschen hier mit stinkenden Linienbussen nach unten gekarrt. Ich hätte mich über ne Elektrobahn gefreut. Oder über einen besseren Fussweg und dass alle laufen müssen und nur Menschen, die schlecht zu Fuss sind, nach unten gefahren werden.

 
Naja … was soll ich sagen. Ich empfehle entweder einen anderen Weg in den Park, mit der Hoffnung, dass es dort nicht so voll ist, oder eine andere Jahreszeit. Wir hatten das Pech, dass in Slovenien schon Ferien waren. 
Aber, ihr könnt ein paar Bilder sehen, bei denen ich die Menschen rausretuschiert habe. Wäre so die Wirklichkeit es wäre ein noch schöneres Stückchen Erde. Denn eigentlich, ja eigentlich ist es dort wunderschön!

Rückfahrt über Berchtesgaden

Eigentlich wollen wir noch gar nicht wieder heim. Wie sich herausstellt ist Pepper der perfekte Vanhund. Er ist auf jedem Camping- oder Stellplatz völlig entspannt. Findet überall Freunde, was schon etwas lustig ist, denn irgendwie kann man immer beobachten, dass wenn wir mal nicht direkt am Van sind, es immer jemanden gibt, der an Pepper vorbeiläuft, ihn anschaut und mit ihm redet oder ihn streichelt. Ob das nun gut oder schlecht ist … ich bin mir sicher, er würde – müsste er auch mal bellen, oder gar knurren.
Aber nicht nur Pepper ist vanlife-tauglich, auch wir fühlen uns sehr wohl in Kalea. Klar, es muss noch was getan werden. Wir brauchen Solar, und einen Deckenventilator. Ob wir wirklich Fenster brauchen? Bis jetzt noch nicht.

Aber es nützt ja nix, die nächsten Jobs warten auf uns und so packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf die Heimfahrt. Aber um den Abschied noch etwas herauszuzögern fahren wir die Küsten entlang. Autobahn können wir später immer noch genug fahren. Es ist eine schöne Küstenstrasse. Und wir atmen die Landschaft nochmal ein, wir geniessen jede Kurve und freuen uns auf das was dahinter liegt. Wir speichern den Geruch vom Meer, wir reden darüber wie schlimm es doch ist, dass Menschen nicht in Frieden leben können und so nah (in Kilometern und auch in der Zeitmessung) dieses Stückchen Erde und ihre Menschen mit einem Krieg belastet haben. Immer noch soll man nicht abseits der Wege gehen, denn die Landmienen sind immer noch nicht alle geräumt.
Wir fahren die Küstenstrasse entlang. Schauen uns die Landschaft und das Meer an. Reden und schweigen. Und sind und sehr sicher – wir kommen wieder!


Wenn man im Vorbeifahren einen Softeisstand am Strassenrand entdeckt, dann muss man anhalten und sich ein Eis gönnen. 
Sieht das Bild von Sandra nicht irgendwie Paparazzi-mässig aus? 

Wenn Kinder ins Bett sollen, dann fallen ihnen doch immer tausend Dinge ein, nur um etwas länger aufbleiben zu dürfen. „Ich hab noch Durst“ … „ich muss nochmal Pipi“ … „ich kann nicht einschlafen“….
Ich glaube so ging es uns auch. Wir wollten noch nicht heim. Und deshalb machten wir einfach noch einen kurzen Zwischenstop in Berchtesgaden. Am Königsee. Wir haben uns in Kalea etwas zu essen gemacht, es mit Blick auf den See genossen, einen Powernap eingelegt und sind dann erst endgültig nach Hause gefahren. Natürlich mit einem weiteren Reiseziel, das sicherlich auch tollste Fotomotive zu liefern hat, auf unserer Liste. Königsee, wir kommen nochmal, für bessere Fotos, und ein paar Wanderungen.

Stay marvelous,
Katrin and Sandra.

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Sandra

Wollt Ihr noch mehr wissen? Hier noch x-mal unnützes Wissen über mich:

- Für das Laden der Kamera-akkus bin ich verantwortlich
- Katrin's und mein Hund heisst PEPPERoncinio und die Katzen red hot CHILI und Jackson5
- Ich trinke gern Fritz Cola und alkoholfreies Radler
- Kinder-Schoko-Bons kann ich immer essen, genauso wie Pizza und Pommes
- Meine Kamera hab ich immer dabei, und wenn mal doch nicht, dann gibt es noch das iPhone
- Ich liebe es Urlaubsfilme zu machen
- Ich habe eine kleine Schwäche für Superhelden und Katrin ist Schuld
- Am liebsten hätte ich es gern immer sonnig, warm und Sand zwischen den Zehen
- Mich zog es einige Male zu unseren Nachbarn nach Frankreich
- Ich liebe meinen blauen Rucksack und es damit ferne Länder zu erkunden
- Mein aktuelles Lieblingsland ist Thailand

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