Zwei Wochen alleine mit dem Rucksack durch Japan

 

Ein Gastbeitrag einer Reisebegeisterten. Zwei Wochen alleine mit dem Rucksack durch Japan. Vanessa zeigt euch viele grandiose Eindrücke und Erlebnisse in Worten und vielen bunten Fotos. Vielen lieben Dank, liebe Vanessa!

Vanessa kennen wir durch Instagram und sind uns leider noch nie persönlich begegnet. Mehr von ihr findet ihr auf ihrem  Instagram – Profil.

Der Artikel enthält Empfehlungen und Werbung zu Artikeln, Orten und anderen Bloggern, die Vanessa inspiriert haben und ihr bei der Vorbereitung ihrer Reise geholfen haben.

 

WIESO DENN EIGENTLICH JAPAN?

 

Als ich entdeckte, dass mein runder Geburtstag in die Ferien fällt, beschloss ich, dass ich abhaue! 

Das Fernweh hatte lange geschlummert! 

Irgendwie war der Auslöser für diese Reise ein blau-weißes Geschirr mit Wellenmuster, das ich bis dato noch nicht gesehen hatte und das mir sofort gefiel. 

Ich wusste nicht viel über Japan – gut, die Dinge, die jeder kennt: Es gibt einen Kaiser, die Hauptstadt heißt Tokyo, es gibt das Kirschblütenfest, Sushi, Sumo und Origami. Das Land besteht aus vielen Inseln, ist sehr lang gezogen, und leider waren die Ereignisse rund um Fukushima noch immer sehr präsent. 

Viel spannender war daher die Frage: Was weiß ich alles noch nicht über das Land, seine Menschen, seine Kultur und Natur!? 

Und da ich der Meinung bin, dass „Über den Tellerrand gucken“ hilft, diese Dinge herauszufinden, begann die Idee zu dieser Reise nach Japan im Kopf und auf dem Papier zu wachsen. 

Die Zeit der Planung und der immer größer werdenden Vorfreude und Aufregung war in diesem Fall recht lang. Fast 1,5 Jahre! Das braucht es sicherlich nicht – aber ich habe diese Reise vollständig alleine geplant – und flog dann Ende Oktober bis Anfang November 2017 nach Japan. 

DIE VORBEREITUNGEN 

Super gut geholfen bei den Vorbereitungen hat mir der Hinweis auf den Blog Wanderweib.  Dort findet man wirklich alle Infos, die man braucht, um eine Japan-Reise zu planen. Anreise, Reise im Land, Unterkünfte, Fettnäpfchen, Essen und Trinken, Sehenswürdigkeiten. Alles rund ums Geld und Internet – Tessa, die Autorin – und ihr Blog sind wirklich eine großartige Hilfe gewesen! 

Zusätzlich dazu, hatte ich den „Lonely Planet Japan“ gekauft, vor allem, um an gute Detail-Karten der Städte und Unterkünfte zu kommen. Auch wenn die Gefahr besteht, dass die Unterkünfte, die dort beschrieben sind, von vielen anderen Lesern ebenfalls gebucht werden – und manch Geheimtipp vielleicht keiner mehr ist – wie auch schon in Indien, hat es sich definitiv gelohnt – dazu später mehr!

Gebucht habe ich einen Direktflug von Düsseldorf nach Tokyo, etwa ein Jahr vorher. Das konnte ich, da ich die Ferientermine kannte – ob es immer günstiger ist, das weiß ich nicht. Ich bin mit Lufthansa/ Air Nippon geflogen – in der Economy – wohlwissend, dass es ein langer Flug ist – aber das Portemonnaie war nicht groß genug für mehr Beinfreiheit!  Gut war definitiv, dass ich 2×20 kg Freigepäck hatte – und im Nachhinein schafft man Vieles – auch diesen Flug!  Man kann auch über Dubai oder Helsinki gen Japan fliegen – nur fliege ich nicht sehr gerne und hätte dann doppelt starten und landen müssen – und hätte Zeit verloren – die ich lieber in Japan nutzen wollte. 

Die Route war das nächste große Fragezeichen. Durch Fukushima und die begrenzte Zeit bedingt, konzentrierte ich mich auf das Japan südlich von Tokyo. Sich für Orte zu entscheiden, war wirklich nicht leicht – am Ende ist meine Route wohl eine klassische Touristen-Route geworden – aber: es hat einen Grund, warum die Leute sich Tokyo, Kyoto, Nara, Hiroshima und Miyajima ansehen!

Ich wusste früh: ich möchte möglichst viele verschiedene Unterkünfte kennenlernen – und ich verliebte mich in ein kleines Hostel in Tokyo – was ich auch im Lonely Planet fand: Toco!

Aber zurück zum Anfang:  Da ich mit dem Zug und via Japan-Rail-Pass (auch hierzu gibt es viele praktische Hinweise auf dem Wanderweib-Blog!) das Land entdecken wollte, suchte ich gezielt nach Unterkünften, die gut von den Bahnhöfen zu Fuß erreichbar sein sollten. 

Ich wusste lange nicht, ob ich mit Koffer oder Rucksack reisen wollte. Es gab am Anfang ein paar Situationen, in denen ich gerne weniger Kilos auf dem Rücken gehabt hätte, aber am Ende der Reise war ich froh um die Entscheidung für den Rucksack, da ich beide Hände zum Fotografieren frei hatte und schneller und flexibler durch die Bahnhöfe, über Treppen etc. kam. Und daran – nicht zu viel mitzunehmen – arbeite ich noch! ☺ 

LOS GEHT’S!

 

Angekommen  bin ich in einem Taifun – ungewöhnlich für diese Jahreszeit – aber möglichweise  spielt hier der Klimawandel auch schon eine Rolle – es sollte nämlich nicht der einzige bleiben! 

Die erste Nacht in Tokyo schlief ich in einem Business-Hotel nahe Tokyo-Station. Das waren tatsächlich rein praktische Gründe – eben schnell da sein zu können, nach dem langen Flug. Es war klein und sauber und modern und ich gönnte mir an diesem ersten Abend leihweise ein Zimmer-Planetarium! Und erschreckte mich dort das erste Mal über die Japanische Toilette, da ich nicht mit einer Sitzheizung der Klobrille gerechnet hatte! Japanische Toiletten sind tatsächlich voller Überraschungen! 

4 TAGE KYOTO & NARA 

 

Am nächsten Tag ging es direkt mit dem Shinkansen von Tokyo nach Kyoto! Die Bahnhöfe sowie die Pünktlichkeit sind (für jeden erfahrenen Bahnfahrer aus Deutschland) in Japan  ein Traum – und die Orientierung klappte stets (bis auf eine Ausnahme) überall sehr gut! Die Anzeigetafeln und Schilder wechseln jeweils zwischen Englisch und Japanisch – und es war nur in Kyoto ein Problem, den Ausgang zu finden! Mit Gepäck und bei 20 Grad mochte ich diesen Bahnhof nicht direkt leiden, denn es dauerte 5 Ansprechpartner und eine leicht verzweifelte Pause in einem Tourioffice – mit anschließender neuer Orientierung – um den Ausgang am Kyoto-Tower zu finden – und den (in diesem Fall) doch längeren Fußweg zum Ryokan anzutreten. Die Bahnhöfe können riesig sein – und vielleicht war ich auch noch müde vom Jetlag und etwas reizüberflutet von Katzen in Rucksäcken und vielen Menschen, erschöpft von der Wärme??! 

Ryokans sind traditionelle Japanische Gasthäuser. Dort schläft man auf den Tamari-Matten – also auf Matratzen auf dem Boden – und zieht die Schuhe aus – und bekommt Toilette-Slippers! Ja, die Japaner leben häufig auf kleinem Wohnraum und pflegen weiterhin ihre Rituale – wie das Ausziehen der Schuhe in Gebäuden und/ oder das Wechseln der Schuhe in der Toilette. 

Ganz wichtig sind also Socken ohne Löcher! Denn man zieht sich die Schuhe auch in Tempeln und Museen aus! 

Ich habe mich sehr wohl gefühlt in diesem Zimmer – hatte einen Wasserkocher zum Teekochen, einen kleinen Tisch und Stühle – diese jedoch viel niedriger als wir sie kennen – einen Kühlschrank, Wlan und konnte in Kyoto ankommen und hatte ein gemütliches Heim für die nächsten 4 Tage. 

Das erste Ziel, noch an diesem Tag, war der Tempel Inari südlich der Innenstadt gelegen. Kyoto hat sehr viele Tempel – aber dieser ist wohl einer der bekanntesten – aufgrund seiner vielen roten Tori! Auch hier konnte ich wieder mit dem Rail-Pass hinfahren und verbrachte den Nachmittag bis zum Sonnenuntergang dort. Es war dort wirklich sehr schwierig Photos OHNE Menschen zu machen – aber je höher man den Berg hinaufstieg, desto mehr lichteten sich die Menschen. Es ist und bleibt eine Empfehlung, wenn man in Kyoto ist! 

 

 

Da ich wenig bis kein Fleisch esse – war es anfangs nicht ganz einfach etwas Leckeres zu finden. In Japan liegen in vielen Restaurants die Gerichte in Kunststoff-Version in den Schaufenstern und somit ist es für Touristen nicht so schwer, etwas Leckeres zu finden. 

Für mich waren die Supermarkt-Ketten (7-Eleven etc.) eine super Möglichkeit mich zwischendurch mit Snacks und Getränken (und Schokolade) zu versorgen!  Man findet sie an sehr vielen Ecken, kann dort auch Geld abheben und sich gut eindecken – auch mit Sushi und Onigiris – den leckeren Reisbällchen, die ich bis dato noch nicht kannte –und lieben gelernt habe! 

Es gibt natürlich auch einige Ketten für Ramen oder Odun-Nudeln – wo jeder etwas finden sollte! Ich bin immer satt geworden, wenngleich die ersten Tage auch spannend waren, auf der Suche nach fleischloser Nahrung!

Im Vorfeld hatte ich entschieden, in Kyoto an einer Tee-Zeremonie und im Shibori-Museum an einer Shibori-Class teilzunehmen. Beides konnte ich via Internet vorab buchen und war jeweils für sich etwas sehr Besonderes. Bei der Teezeremonie, die seit Jahrhunderten gepflegt wird, staunte ich über die vielen ritualisierten Handlungen, die einer Meditation gleichkamen.  Beim Batiken des Schals hatte ich die Museumsmitarbeiterin für mich alleine und konnte ihr viele Fragen über dieses sehr alte traditionelle Handwerk stellen.  

 

 

Leider war der Affen-Park, ein weiteres Ziel,  aufgrund des Taifuns geschlossen – aber da ich nach Shibori-Class, der spontanen Besichtigung von Kyoto-Castle mit seinen, für die Reisegruppen,  alphabetisch sortierten Regenschirmständern und dem Spaziergang durch den „Path of Bamboo“ noch Zeit hatte, durfte ich einen schönen buddhistischen Tempel kennenlernen – und noch mehr Weltkulturerbe-Stätten betreten! An diesem Tag war ich froh, dass ich gute Schuhe und fitte Füße dabei hatte! 

 

 

Eine riesige Hilfe waren die zuhause runtergeladenen Offline-Karten für die Städte/ Regionen, in denen ich unterwegs war – so konnte ich auch ohne Internet (hatte in allen Unterkünften W-lan) – problemlos alle Ziele finden und mich immer gut orientieren. 

 

 

Für einen Tag habe ich einen Ausflug nach Nara gemacht. Dort leben jede Menge freie Rehe in der Stadt bzw. in dem Park mit all den historischen Sehenswürdigkeiten. Es war ein lustiger Tag beim größten Buddha der Welt – und seit diesem Tag bin ich in japanische Gärten verliebt, die wahre Oasen der Stille und der Natur sind – und nach den Menschenmassen bei den Sehenswürdigkeiten einfach nur gut taten. Gelernt habe ich dort auch, dass Matcha-Tee in Japan auch eine Suppe mit Kartoffeln sein kann – und dass es sehr sinnvoll ist, Müllbeutel dabei zu haben, da es keine bis wenige öffentliche Mülleimer in den Straßen gibt. 

 

HIROSHIMA & MIYAJIMA 

Kyoto ist eine tolle Stadt – viele Tempel, viele Fahrräder – umgeben von Grün und Hügeln hätte ich dort sicherlich noch viele weitere Tage verbringen können – aber es ging noch weiter gen Süden – nach Hiroshima! 

Ich war aufgrund ihrer sehr traurigen Vorgeschichte sehr gespannt auf diese Stadt. Und es war einer der beeindrucktesten Orte, an denen ich bisher gewesen bin. Die Parkanlage im Herzen der Stadt mit dem „Atom-Dom“ (eins der wenigen Steingebäude zum Zeitpunkt des Atombomben-Abwurfs), den Friedensglocken – das Kinderdenkmal mit den Kranichen, dem „Fire of Peace“ – dem Museum, ist ein sehr eindrucksvoller Ort. Eindrucksvoll, weil man dort steht, wo die Atombombe fiel, die so viele Menschenleben ausgelöscht hat, weil es eine Mahnung an die Menschen ist, in Frieden zu leben – und weil heute, noch nicht mal 100 Jahre später, dort das Leben „tobt“. Rund um den Park stehen moderne Gebäude, die Stadt lebt – ist quasi auferstanden.  

 

 

Die große Friedensglocke (die in Bochum gegossen worden ist) habe ich mit einer Frau geläutet, die auch Lehrerin ist, in Südafrika geboren wurde, dann in den USA und England lebte- und heute in Südkorea zuhause ist. Die Schulklassen dort sangen das Friedenslied und riefen den Apell, läuteten die Glocken und hingen ihre Kraniche in Vitrinen. Gänsehaut …. Das Museum Infomiert über die Geschichte der Atomwaffen, dort steht die Uhr, die anzeigt, vor wievielen Stunden der letzte Atom(waffen)test stattfand und für mich waren die originalen kleinen Kraninche des Mädchens Sadako etwas sehr Besonderes! 

 

 

Nach einer Nacht in Hiroshima ging es weiter – mit Zug und Fähre – auf meine „Geburtstagsinsel“. Miyajima. Wieder konnte ich den Rail-Pass dafür nutzen und kam im zweiten Taifun und bei Regen auf der Insel an. Dort findet man das am dritthäufigsten in Japan fotografierte Motiv – das rote, im Wasser vor dem Itsukushima-Schrein stehende, Tor!  Natürlich wieder eine Weltkulturerbe-Stätte! Man kann sie sammeln in Japan, wenn man möchte! 

 

 

Die Unterkunft auf der Insel war ein kleiner – familiengeführter – Ryokan. Das gemütliche Zimmer mit Holzbadewanne,  das 8-Gänge-Abendbrot, das traditionelle japanische Frühstück – aber vor allem das lange, intensive Gespräch mit der Besitzerin – woraus eine Freundschaft entstanden ist, waren ein wunderbares Geburtstagsgeschenk.  

Auf der Insel selbst habe ich mir den Schrein im Wasser angesehen – wieder zusammen mit vielen anderen Menschen – bin mit der Seilbahn den Mount Misen hochgefahren – und habe bei Sonnenuntergang (leider im Regen) das Tori fotografiert – bis es Zeit für das Abendessen war. An diesem Abend brauchte ich nicht auf Nahrungssuche gehen – denn im Ryokan wurde für mich gekocht, was ich ganz vergessen hatte!

 

 

Am nächsten Tag habe ich mir noch den Buddhistischen Daisyion-Tempel neben dem Ryokan angesehen – ein toller Ort – mit sehr vielen Überraschungen und verschiedenen Gebäuden. Dort war es aufgrund des immer noch andauernden Taifun-Regens recht leer und ich konnte auf Socken in eins der Tempelgebäude schleichen und für eine ganze Weile die Augen schließen und die Atmosphäre und Ruhe genießen – und einfach dankbar für diese Reise sein. 

 

 

Dann ging es wieder zurück nach Hiroshima – dort habe ich nochmal in dem gleichen Hotel am Bahnhof geschlafen – und war erneut im Friedenspark,  habe eigene Papier-Kraniche dort gelassen, habe mir die Burg von außen angeschaut – drumherum im Park fand ein riesiges Foodfestival statt, und bin in einem weiteren Garten –  mit dicken Kois – spazieren gegangen. 

Hiroshimas Sehenswürdigkeiten kann man an einem Tag entdecken (natürlich im Schnelldurchlauf) – aber wer die besondere Atmosphäre dort aufsaugen mag – darf sich auch einen Tag länger Zeit nehmen (es ist heute auch kein Problem mehr mit der radioaktiven Strahlung).  

 

UND ZUM ABSCHLUSS 4 TAGE TOKYO 

 

Nach jetzt über einer Woche in Japan war ich bereits voll mit Eindrücken und freute mich auf die längste Fahrt im Shinkansen – von Hiroshima zurück nach Tokyo. Ausgestattet mit Bento-Box fuhr ich die knapp 4 Stunden gen Norden entlang der Küste, vorbei am Fujiyama (setzt euch auf die linke Seite gen Norden – und auf die rechte Seite gen Süden – um ihn zu sehen!) und jede Menge kleiner und großer Häuser, durch Reisfelder und fand diese Perspektive nochmal spannend. 

Tokyo. Im Vorfeld hatte ich Metropole und Menschen-Massen im Kopf. Ja, Tokyo ist groß, aber es ist gewachsen, aus so vielen verschiedenen Vierteln und Städten. Ich bin durch menschenleere Viertel und Straßen gelaufen und fühlte mich oft gar nicht in einer riesigen Stadt. 

Das Hostel konnte ich gut per Metro erreichen (ich liebe Metros „around the World“ – und die U-Bahn in Tokyo war neben der in Moskau und Paris sicherlich ein Highlight!). Spannend war, dass ich auf einem mittelgroßen Vorstadtbahnhof für den Wechsel vom Zug zur U-Bahn bestimmt 1 km gelaufen bin! Das sind definitiv andere Dimensionen – aber es war immer alles ausgeschildert und Verlaufen war kein Thema. Die größte Herausforderung lag in Tokyo darin, bei großen U-Bahnstationen den richtigen Ausgang zu finden – häufig gab es da 10 – 15 Stück von – und es machte schon einen Unterschied,  an welcher Stelle man wieder zurück ans Tageslicht kam. 

 

 

Das Hostel … mein Bauchgefühl war sowas von richtig. Vorne gibt es eine Bar – die abends für Gäste und Einheimische offen ist – und dahinter steht das knapp 100 Jahre alte Holzgebäude mit den Schlafräumen, der Gemeinschaftsküche und den Bädern. Vielleicht lag es auch daran, dass ich alleine unterwegs war, aber es war so schön, so viele neue Menschen kennen zu lernen. Frankreich, Amerika, aber vor allem Australien und Taiwan, Südkorea, Thailand – ich hatte vergessen, wie international und spannend so ein Hostel sein kann. So bin ich einen Tag mit einem Franzosen durch die Stadt gezogen, am anderen Abend war ich mit einer jungen Frau aus Taiwan ein super leckeres Sushi essen und habe so viel über diese Insel und das Leben dort erfahren! Besser als jede Reisedoku! Der Schwerpunkt dieser zweiten Woche lag tatsächlich vor allem im Austausch – denn im Sightseeing. Ein kunterbuntes lustiges Sprachwirrwar entstand und es ist ein so toller Aspekt des Reisens, auf diese Weise in andere Kulturen eintauchen zu können, sich auszutauschen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen – über den Tellerrand zu schauen.  

 

 

Wobei ich natürlich auch Tokyo erkundet habe – sicherlich aber schon etwas müder und weniger erpicht darauf alles zu sehen! Ich hatte mir im Vorfeld einige Dinge/ Orte herausgesucht, die ich ansteuern wollte, fand es aber auch total wichtig, Luft zu haben, sich treiben zu lassen. Und das war eine gute Entscheidung. Denn vor Ort tauscht man sich aus und erfährt von anderen tolle Ziele- man kann spontan auf Feste oder Feiertage reagieren! 

So habe ich mir die Shibuya-Kreuzung bei Sonnenuntergang angesehen, war im Origami-Museum, bin die vielen Etagen des „Govermental Towers“ hochgefahren und hatte eine geniale Aussicht über die Stadt (wieder bei Sonnenuntergang!) – habe im Moomin-Cafe mit riesigen  Kuscheltieren gegessen und getrunken, bin durchs Manga-Viertel geirrt – und habe Anfang November bei 20 Grad einen Weihnachtsmarkt im Einkaufszentrum mit Achterbahn besucht – und bin durch einige Vororte Tokyos gebummelt –  habe tolle Geschäfte entdeckt. Ein großer Friedhof, ein Katzenviertel, ein weiterer Park und abends müde und glücklich zurück ins Hostel – dort mit den anderen Hostelbewohnern das leckere Curry gefuttert und am Sake genippt. 

 

 

Vor der Abreise wollte ich noch in den Zoo im Ueno-Park (Pandabären besuchen), aber es war „FamilienTag“ – und die Schlangen vor den Kassen waren ellenlang – so bin ich um den See mit den Tretbooten spaziert und fühlte mich an die Atmosphäre aus dem Film „Hanami-Kirschblüten“ erinnert. Hatte Zeit einen Cache zu suchen und zu finden, die Menschen und das Treiben an diesem schönen Tag zu beobachten und noch ein wenig von dem Land und seinen Leuten aufzusaugen. 

 

 

Am vorletzten Abend bin ich dann mit dem Zug und einem neuen Koffer mit jeder Menge Mitbringsel zurück zum Flughafen Narita gefahren (er liegt ca. 80 km außerhalb) – und habe die letzte Nacht in einem Capsule-Hotel direkt im Flughafen geschlafen! Noch ein kleines, wirklich witziges Abenteuer, ganz zum Schluss. Die Nacht in der „Bienenwabe“ am Flughafen war gut – und am nächsten Tag ging es leider zurück nach Hause. 

 

 

Aber … heute nach einem halben Jahr reift der Entschluss, dass ich dieses Land wiedersehen werde – denn es gibt noch sooo viel dort zu entdecken!  

Unterm Strich kann ich sagen, dass ich immer noch von all den Eindrücken zehre! Im Nachhinein finde ich es spannend, dass ich vorab so wenige Bilder von Japan im Kopf hatte – und jetzt sind da so viele, bunte, leckere,  lachende, volle und besinnliche Momente, die ich mitgenommen habe. 

Und natürlich hatte ich jede Menge Photos im Gepäck! Mit dem Handy (Iphone SE) und der Kamera (Olympus OM-D E-M10 Mark II mit einem Reiseobjekt Olympus M.Zuiko Digital ED 14-150mm 4.0-5.6 II) habe ich zusammen ca. 8000 Photos gemacht und es war schwierig sie auf 800 Stück für die „Dia-Show“ zu reduzieren. Wunderbar ist ja, das Japan ein Land der Kameras ist – und es ganze Etagen in Kaufhäusern gibt – in denen man Kameras und sämtliches Zubehör findet. Da war die in Kyoto verloren gegangene Objekt-Abdeckung so überhaupt kein Problem!  Für mich waren es die ersten Erfahrungen mit der Systemkamera. Ich hätte gerne ein Makro-Objekt dabei gehabt und werde beim nächsten Urlaub froh über mehr Übung im Umgang mit den Möglichkeiten und Einstellungen der Kamera sein. 

 

 

Liebe Vanessa,

vielen lieben Dank für den tollen Artikel, deine Erfahrungen und Eindrücke aus Japan. Da bekommt man ja glatt Lust seinen Rucksack zu packen.

Wenn du ebenfalls einmal Lust hast einen Gastartikel bei uns zu veröffentlichen, dann melde dich doch gleich per Email bei uns. (mail@littlebluebag.de)

Stay marvelous,
Katrin and Sandra.

 

 

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Vanessa Becker

Vanessa Becker

Schätze, meine Eltern sind schuld daran, dass mich regelmäßig das Fernweh plagt. Sie packten schon uns Kinder ins Auto und fuhren mit uns in 3 Tagen nach Portugal, oder nahmen die Fähre mit dem Wohnmobil nach Griechenland – immer mit dabei auch die Kamera und zu Hause standen danach viele Ordner mit Photos in Klarsichtfolien.
Im Moment reise ich in Begleitung eines Vierbeiners seltener über die Landesgrenzen hinaus – aber das Fernweh ist da – und die Neugierde auf Begegnungen und kleine Abenteuer in nahen und fernen Ländern ist definitiv vorhanden. Auch heute noch, immer im Gepäck eine Kamera – um die Eindrücke und Erinnerungen in Form von Photos aus Burkina Faso, Ghana, Indien, den Südstaaten oder Finnland, Russland und von der Ostsee mitzubringen.
Auch zuhause ist das Handy oder die Kamera immer dabei – auf den Hunderunden geht’s nicht ohne! Beim Photographieren die Zeit vergessen, klappt hervorragend und dann am liebsten mit der Makrolinse!
Ansonsten „ärgere“ ich als Förderschullehrerin jeden Tag meine Schüler, drehe mit dem „Mops“ viele Hunderunden, nutze die Ferien um Photoalben zu basteln (heute eher ohne Klarsichtfolien!), im Garten zu werkeln oder um Wolle und Stoffe in die Hand zu nehmen.
„Nicht Menschen machen Reisen, sondern Reisen machen Menschen“ (John Steinbeck)
Vanessa Becker

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